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Eisenhüttenstädterin Stella gibt persönliche Einblicke in Ihr Praktikum bei der unteren Naturschutzbehörde

Vom 15. bis 26. April absolvierte Stella aus Eisenhüttenstadt ein Praktikum bei der unteren Naturschutzbehörde. In diesem Text gibt die Schülerin persönliche Einblicke von ihrer Arbeit und teilt ihre Eindrücke aus der Kreisverwaltung.

Meine Erwartungen vorm Praktikum: Ich erwarte eine Einführung in den Fachbereich Umweltschutz und ich möchte erfahren, was genau die Aufgaben der unteren Naturschutzbehörde sind. Mich interessieren besonders die Aufgaben in der Natur- oder Baustellenbesichtigung, aber auch die Verwaltungstätigkeiten möchte ich kennenlernen. Es würde mich freuen, wenn sich mein Praktikum vielseitig gestaltet und ich nicht nur immer gleiche Aufgaben erledigen muss.

Arbeitsplatz und Ausrüstung: Während meines Praktikums verbrachte ich die meiste Zeit in der Natur auf Außeneinsätzen. Ich besuchte Wiesen, Äcker, Moore, Seen, Waldgebiete und Gebäude. Zu meiner täglichen Arbeitskleidung gehörten deshalb bei Außeneinsätzen eine wetterfeste Jacke, Wanderschuhe und manchmal auch Gummistiefel und eine spezielle Warnweste. Im Außenbereich wurde mit Maßbändern, Zollstöcken, Spraydosen, Brechstangen, Hammern und weiteren Werkzeugen gearbeitet. Im Büro trug ich angemessene Alltagskleidung. Hier gehörte zu meiner Ausrüstung eher typische Schreibtischgegenstände. Außerdem erhielt ich eine Karte desLandkreises, auf der die einzelnen Ortschaften und Ämter verzeichnet waren und ein Notizbuch für meine Gedanken. Zu meinem Büroarbeitsplatz gehörte auch ein Computer und verschiedene Akten. Zum Essen versammelte man sich im Wintergarten.

Mein Eindruck der Behörde: Die untere Naturschutzbehörde besteht aus dreizehn Mitarbeitern, von denen circa sechs täglich anwesend sind. Die anderen Mitarbeiter befinden sich im Homeoffice oder auf Außeneinsätzen. Alle waren sehr nett zu mir und ermutigten mich, Fragen zu stellen. Ich konnte die meisten mindestens einmal bei ihrer Arbeit begleiten und habe durch ihre Erklärungen alles gut verstanden. Besonders spannend fand ich die verschiedenen beruflichen Hintergründe der einzelnen Personen. Durch die unterschiedlichen Werdegänge finden sich eine Vielzahl an Perspektiven in der unteren Naturschutzbehörde, was für die Problemlösungen sehr hilfreich ist und weshalb ich von jeder Person etwas lernen konnte.

Atmosphäre in der Behörde: Den Umgang miteinander habe ich als sehr freundlich und aufgeschlossen wahrgenommen. Meinungsverschiedenheiten wurden meist offen angesprochen und schnell beseitigt.

Probleme während meines Praktikums: Es gab einige anfänglichen Probleme mit meinem Computerzugang, da aus Datenschutzgründen mir viele Programme nicht freigestellt werden konnten. Für dieses Problem wurde jedoch nach ein paar Tagen eine Lösung gefunden. Ansonsten wurde nur der tägliche Verkehr und das wechselhafte Wetter zu einer kleinen Belastung.

Vogelbaby: Frau Friedel erhielt am Mittwochabend während meiner zweiten Praktikumswoche einen Anruf, dass eine Frau ein verwaistes Vogelbaby gefunden hat. Frau Friedel holte daraufhin den kleinen Vogel, vermutlich ein Spatz, ab. Obwohl die Überlebenschancen gering waren, hat sie den jungen Vogel mit Maden aus dem Angelshop gefüttert. Am Donnerstag war er in einer Kühltasche mit uns unterwegs. Er hatte eine Wärmflasche und Nest aus Küchenpapier. Wir haben ihn regelmäßig mit einer Zange, die den Schnabel des Elternvogels mimen sollte, die Maden gefüttert. Am Ende des Tages sah er jedoch schon ziemlich schwächlich aus und schien auch Probleme mit seinem Magen zu haben. In der folgenden Nacht verstarb der junge Spatz.

Fazit meines Praktikums: Ich nehme aus meinem Praktikum bei der unteren Naturschutzbehörde viel neues Wissen mit. Es war für mich sehr spannend, Einblicke in die verschiedenen Fachbereiche zu erhalten. Ich war die meiste Zeit meines Praktikums außerhalb des Büros unterwegs und habe unterschiedliche Personen aus der Behörde auf Außeneinsätzen begleitet. Die Arbeit wurde nie langweilig, da man ständig neue Fälle begleitet hat und auch vor Ort dabei war. Dabei lernte ich vielfältige Herangehensweisen zur Lösung von Probleme kennen. Oft ging es um Verstöße gegen Umwelt- und Naturschutzrechte, allerdings war ich auch bei Ausflügen zu geglückten Naturschutzprojekten dabei. Ich besuchte Wiesen, Äcker, Moore, Seen, Waldgebiete, Baustellen und Gebäude. Ich habe gelernt, wie viele verschiedene Perspektiven es zu berücksichtigen gilt und wie komplex die Lösungen sein können. Alle Personen, mit denen ich unterwegs war, haben mir meine Fragen ausführlich beantwortet. Auch die Arbeit in der freien Natur hat mir Spaß gemacht. Man sollte jedoch dringend darauf achten, wetterfeste Kleidung und wasserfeste Schuhe mitzubringen, weil man öfters bei Regen auf schlammigen Waldboden unterwegs sein könnte. Ich bin sehr zufrieden mit der Wahl meines Praktikumsplatzes.

Datum: 3. Mai 2024