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Neue Lindenallee an der L411 entsteht -
Ausgleichsmaßnahme für den Ausbau der B 168

Lindenallee-Symbolbild

Entlang der Landesstraße L 411 erfolgt derzeit im Auftrag des Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg die Pflanzung einer neuen Lindenallee. Insgesamt 139 Winterlinden (Tilia cordata) werden beidseitig der Straße gesetzt. Die Maßnahme ist Teil des ökologischen Ausgleichs für den Neubau des Geh- und Radweges an der B 168 zwischen der Ortsumgehung Beeskow und Groß Rietz, wo im Zuge der Bauarbeiten 36 Bäume entfernt werden mussten.

Um diese Eingriffe in Natur und Landschaft zu kompensieren, entstehen entlang der L 411 und im direkten Umfeld der B 168 insgesamt 181 neue Bäume sowie mehr als 1.600 Quadratmeter Strauchgehölze. Bereits abgeschlossen sind ergänzende Ausgleichsmaßnahmen wie die Extensivierung intensiv genutzter Ackerflächen sowie Ansaaten auf Böschungen, Mulden und Banketten.

Die neu gepflanzten Linden fügen sich harmonisch in den traditionellen Alleenbestand der Region ein und tragen zur Aufwertung des Landschaftsbildes bei. Gleichzeitig leisten sie einen Beitrag zum Klimaschutz, indem sie CO₂ binden, Schatten spenden und das lokale Mikroklima verbessern. Die ergänzenden Strauchpflanzungen schaffen neuen Lebensraum für Insekten und Vögel und stärken die ökologische Vielfalt.

Die jungen Bäume werden im Abstand von zehn Metern innerhalb der Baumreihe und rund 4,7 Metern zum Fahrbahnrand gesetzt. Zum Schutz der Pflanzungen erhalten sie Stützpfähle und Abgrenzungen zu angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen.

Nach Abschluss der Pflanzarbeiten beginnt eine fünfjährige Pflegephase, in der die Bäume regelmäßig gewässert, gemulcht, gedüngt und geschnitten sowie bei Bedarf ersetzt werden. Anschließend übernimmt der Landesbetrieb Straßenwesen weitere fünf Jahre die Jungbaumpflege, bevor die Gehölze in die dauerhafte Unterhaltungspflege übergehen.

Die Gesamtkosten für Herstellung sowie Fertigstellungs- und Entwicklungspflege der Maßnahme belaufen sich auf rund 291.700 Euro.


Gut zu wissen: Brandenburg verfügt aktuell über rund 1.924 Kilometer Alleen sowie 1.432 Kilometer Baumreihen entlang von Bundes- und Landesstraßen. Insgesamt stehen im Land etwa 420.000 Straßenbäume, von denen etwa ein Drittel klassische Alleebäume sind.

Die Alleenkonzeption 2030 hat das Ziel, diesen wertvollen Alleenbestand zu erhalten und zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Dies ist eine Herausforderung, da viele der historischen Alleen ihr natürliches Lebensende erreichen: Mehr als 70 Prozent der brandenburgischen Alleebäume sind heute über 80 Jahre alt. Hinzu kommen die Auswirkungen des Klimawandels, die den Erhalt zusätzlich erschweren.

Ein zentrales Problem stellt die Flächenverfügbarkeit dar. Aus Gründen der Verkehrssicherheit müssen neue Bäume in einem Abstand von 3 bis 4,5 Metern vom Fahrbahnrand gepflanzt werden. Zusätzlich wird ein Pufferstreifen von etwa zwei Metern zu landwirtschaftlichen Flächen benötigt. Für die Pflanzung einer ein Kilometer langen Allee wird daher ungefähr ein Hektar Fläche benötigt.

Datum: 19. November 2025