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Weniger Einschränkungen für Jagd, Land- und Forstwirtschaft

Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Oder-Spree hat mit einer neuen Tierseuchenallgemeinverfügung (3. Änderung), die am 30. November 2020 auf der Internetseite der Kreisverwaltung veröffentlicht wurde, eine Grundlage für die Entnahme von Wildschweinen in weißen Zonen und in Kerngebieten des Seuchengeschehens der Afrikanischen Schweinepest geschaffen. Zudem sind Erleichterungen für Land- und Forstwirtschaft in den vom Landkreis ausgewiesenen Restriktionszonen vorgesehen. Voraussetzung dafür war ein Erlass des Landes Brandenburg. Mit der Allgemeinverfügung erfolgte punktuell eine Anpassung der Gebietskulisse: Die Gemeinde Jacobsdorf wurde aus dem gefährdeten Gebiet in die Pufferzone verschoben.

Festlegungen für die Jagd:

  • Im gefährdeten Gebiet – mit Ausnahme der weißen Zonen und der Kerngebiete – ist die Jagd auf alle Wildtierarten erlaubt. Alle Bejagungsarten sind zulässig. Gegenüber den Jagdausübungsberechtigten wird angeordnet, eine verstärkte Bejagung von Schwarzwild durchzuführen.
  • In weißen Zonen gilt weiterhin ein umfassendes Jagdverbot für alle Wildtierarten. Ausgenommen davon ist die Entnahme von Wildschweinen mittels Fallen. Auch Einzelansitzjagden auf Wildschweine sind möglich. Voraussetzung ist, dass die doppelte Umzäunung dieser Gebiete fertiggestellt wurde.
  • Auch im Kerngebiet gilt ein grundsätzliches Jagdverbot für alle Wildtierarten, wobei die Entnahme von Wildschweinen mittels Fallen zulässig ist.

Weitere Ausnahmen können auf Anordnung durch das Veterinäramt in Abstimmung mit der unteren Jagdbehörde zugelassen werden. Ziel ist eine drastische Reduzierung der Wildschweinpopulation, da nur so die Tilgung der Seuche erreicht werden kann.

Die Allgemeinverfügung sieht auch Erleichterungen für die Land- und Forstwirtschaft vor.

Festlegungen für die Landwirtschaft:

  • Im gefährdeten Gebiet, ausgenommen bleiben die weißen Zonen und die Kerngebiete, ist die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen ohne Einschränkungen gestattet.
  • In der weißen Zone und im Kerngebiet wird die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen verboten. Von diesem Verbot ausgenommen sind Weidehaltungen sowie zahlreiche weitere Tätigkeiten wie Düngemaßnahmen oder die Frühjahrsbestellung unter der Voraussetzung, dass die Flächen zuvor auf tote oder kranke Tiere abgesucht wurden. Die vollständige Liste der erlaubten Tätigkeiten kann auf der Webseite des Landkreises in der Rubrik Afrikanische Schweinepest abgerufen werden. Einer separaten Ausnahmegenehmigung bedarf es für die Durchführung der dort benannten Tätigkeiten nicht.

Festlegungen für die Forstwirtschaft:

  • Im gesamten gefährdeten Gebiet ist die Nutzung forstwirtschaftlicher Flächen verboten, es werden aber auch hier zahlreiche Ausnahmen von diesem Verbot zugelassen wie die Holzabfuhr, der Zaunbau oder die Saatguternte. Die vollständige Liste der erlaubten Tätigkeiten und die Voraussetzungen für die jeweiligen Arbeiten können auf der Webseite des Landkreises eingesehen werden. Für die Durchführung der dort benannten Tätigkeiten ist keine Ausnahmegenehmigung erforderlich.

Mit Stand vom 30. November waren in Brandenburg 182 Fälle der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen nachgewiesen, allein 147 davon in den zwei Kerngebieten des Seuchengeschehens mit Schwerpunkt im Landkreis Oder-Spree.

Die vollständige Tierseuchenallgemeinverfügung in der Fassung der 3. Änderung und Ergänzung vom 30. November 2020 und die Karte der Restriktionsgebiete finden Sie auf unserer Themenseite zur Afrikanischen Schweinepest.

Medieninformation Landkreis Oder-Spree

Datum: 2. Dezember 2020